Menton, Stadt an der Cote d'Azur


Menton

ist eine Gemeinde im französischen Département Alpes-Maritimes an der Côte d’Azur in der Region Provence-Alpes-Côte d’Azur mit 28.958 Einwohnern (Stand 1. Januar 2017). Die Gemeinde liegt an der Grenze zu Italien gegenüber Ventimiglia. Menton ist der erste französische Ort nach der italienischen Grenze und damit auch der erste bzw. östlichste französische Ort an der Côte d’Azur.

 

Lage und Klima   

Geschützt durch die Ausläufer der Seealpen im Hinterland zeichnet sich Menton durch ein besonders mildes Klima aus.  Durch die geschützte Lage ist Menton auch im Winter der wärmste Ort an der französischen Côte d’Azur. Die angenehmsten Reisemonate sind der Mai und Mitte September bis Mitte Oktober. Die regenreichste Zeit sind die Monate Februar und März. Im Allgemeinen liegen die Temperaturen in Menton einige Grad über den Temperaturen in Deutschland. Die Monate Juni bis August können sehr heiß werden. Viele Veranstaltungen und Ausstellungen finden allerdings im August statt, dem Ferienmonat der Franzosen und Italiener. Die Winter sind mild, es gibt in Menton kaum Frost, Schnee fällt etwa alle zehn Jahre.

 

Geschichte

Zur römischen Zeit trug die Bucht von Menton den Namen Pacis Sinus („friedliche Bucht“), über eine Besiedlung aus dieser Zeit ist allerdings nichts bekannt. Bis 1146 war die Stadt im Besitz der Grafen von Ventimiglia. Danach stand Menton unter der Herr-schaft der Kommune von Genua bzw. des genuesischen Geschlechts Vento, bis es 1346 zusammen mit Roquebrune an die Grimaldi von Monaco kam. Die monegassische Herrschaft sollte bis 1848 dauern. 1848 erhoben sich die Stadt Menton und Roquebrune gegen die von Monaco verlangten Steuern und riefen eine unabhängige Republik aus. Daraufhin griff der französische Kaiser Napoléon III. ein und kaufte Menton dem monegassischen Fürstenhaus ab. 1861 stimmten die Bewohner von Menton für die Zugehörigkeit zu Frankreich.

 

Ende des   19. Jahrhunderts setzte der Fremdenverkehr ein. Das Klima an der Côte d’Azur wurde damals von Ärzten als heilungsfördernd bei Tuberkulose empfohlen. Deshalb war diese Stadt im 19. Jahrhundert ein beliebtes Winterquartier für Engländer und Russen. Unter anderem hielt sich hier die britische Königin Victoria in ihren Winterurlauben auf.[1] Noch heute kann man die großen Hotels und Gärten bewundern, die damals für die Engländer errichtet wurden, sowie eine orthodoxe Kirche.

 

1872 wurde die Stadt über die Bahnstrecke Marseille–Ventimiglia an das Eisenbahnnetz angebunden. Im Ersten Weltkrieg hielten sich in Menton auch zahlreiche verwundete Soldaten zur Genesung auf. 

 

Am 28. Januar 1939 starb in Menton der irische Dichter William Butler Yeats. Im Zweiten Weltkrieg wurde Menton mit der Kapitulation Frankreichs rasch von Italienern besetzt, 1943 nach der Kapitulation Italiens von den Deutschen, denen es 1944 unter schweren Kämpfen abgenommen wurde. Menton lag in Trümmern und es dauerte bis Mitte der 1960er Jahre, bis die Stadt wieder aufgebaut war. Seitdem entwickelt sich der Tourismus in Menton kräftig weiter. Mit der wachsenden Mobilität der wohlhabenden Bevölkerung Norditaliens gelangt Menton nach und nach wieder unter italienischen Einfluss. Seit dem Fortfall der Grenzkontrollen und der Einführung des Euro finden hier viele italienische Bürger eine neue Heimat.

Text. https://de.wikipedia.org/wiki/Menton