Kommunikationsysteme


Richtfunksysteme

sind Funksysteme zur Übertragung von Informationen zwischen festen Standorten. Zu Ehren von Heinrich Hertz, dem 1886 der Nachweis der Existenz elektro-magnetischer Wellen gelang, tragen im Französischen Richtfunkstrecken die Bezeichnung faisceaux hertziens. Im englischen Sprachgebrauch werden Richtfunk-strecken als Point-to-Point Systems und der Dienst über diese Systeme wird als Fixed Service bezeichnet. Heute werden ausschließlich Digitalrichtfunksysteme eingesetzt. In Deutschland sind für diese Systeme Frequenzbereiche oberhalb 3,4 GHz reserviert.

 

Die erste Richtfunkverbindung

zur Übertragung eines analogen Fernsprechkanals wurde 1931 zwischen Calais in Frankreich und St. Magaret´s Bay bei Dover in England in Betrieb genommen. Sie arbeitete bei einer Radiofrequenz von 1,7 GHz mit Rotationsparabolantennen von 3 m Durchmesser, die Sendeleistung lag bei 1 W und die Funkfeld- länge betrug 40 km. Die erste Mehrkanal-Richtfunkverbindung, die neun analoge Fernsprechkanäle bei einer Radiofrequenz von 65 MHz übertragen konnte, wurde 1936 zwischen Schottland und Belfast in Nordirland aufgebaut.

 

Nach dem Ende

des Zweiten Weltkrieges trugen Richtfunksysteme maßgeblich zum Aufbau der nationalen und internatio- nalen Telekom-munikationsnetze bei. Richtfunk-systeme wurden dabei fast ausschließlich im Fernnetz eingesetzt. Funkfeldlängen zwischen 30 km und 60 km waren die Regel. Wichtige Verbindungen in den Telekommunikationsnetzen wurden parallel, sowohl über koaxiale Kabelleitungen als auch über Richtfunk-systeme geführt. Die erste Übertragung eines Fernsehprogramms über das inzwischen aufgebaute, internationale Richtfunknetz erfolgte 1953 anlässlich der Krönung von Elisabeth II.

 

Rundstrahlantennen

auch Rundstrahler, sind Antennen, die zur Abstrahlung von hochfrequenten elektromagnetischen Schwin-gungen verwendet werden. Der Begriff „rund-strahlend“ bezeichnet dabei die nach allen Richtungen (in der horizontalen Ebene) gleichförmige Abstrahlcharakteristik der Antenne. Typische Rundstrahler sind Staban-tennen von Handfunkgeräten, vertikale Dipole, der Koaxialdipol und die Groundplane-Antenne. Die rund- strahlende Charakteristik ist insbesondere bei beweglichen Funksendern oder Empfängern von Vorteil, wie z. B. Autoradio, Taxifunk oder bei Handfunkgeräten.

 

Als Telekommunikationsanlage

zählt jede technische Einrichtung oder jedes technische System, das als Nachrichten identifizierbare elektromagnetische oder optische Signale senden, übertragen, vermitteln, empfangen, steuern oder kontrollieren kann. Die aus Telekommunikationsanlage gebildete Abkürzung TK-Anlage (TK-Anl oder TKAnl) bezeichnet hingegen im Fachjargon meist eine Telefonanlage. Telefonanlagen werden hauptsächlich in die Kategorien analog und digital unterteilt. Angeschlossen wird die Telefonanlage über eine je nach Anforderung variierende Anzahl von Leitungen beziehungsweise Nutzkanälen ans öffentliche Netz (zum Beispiel ISDN).

Text: http://de.wikipedia.org/wiki/Richtfunk